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In der Pharmaindustrie, im Gesundheitswesen und in der medizinischen Forschung ist die Einhaltung der Guten Herstellungspraxis (GMP) und der Guten Vertriebspraxis (GDP) nicht verhandelbar. Diese behördlichen Standards wollen sicherstellen, dass pharmazeutische Produkte unter Bedingungen hergestellt, gelagert und vertrieben werden, bei denen Qualitätssicherung, Sicherheit und Wirksamkeit im Vordergrund stehen. Für die Lagerhaltung ist die Aufrechterhaltung konformer Lagerbedingungen von entscheidender Bedeutung, um Risiken wie Verunreinigungen, Kreuzkontaminationen und eine beeinträchtigte Produktqualität zu vermeiden.

Die Gute Herstellungspraxis (Good Manufacturing Practice  - GMP) ist ein System, das in den meisten Ländern eingeführt wurde, um sicherzustellen, dass die Herstellung der Produkte und Wirkstoffe nach Qualitätsstandards erfolgt und kontrolliert wird. In bestimmten Branchen wie Pharmazeutika und Industriechemikalien minimiert GMP die Risiken, die durch Tests des Endprodukts nicht ausgeschlossen werden können.

 

Aus diesem Grund achten grosse Produktionsunternehmen sehr genau auf diese Praktiken, um die Verbraucher vor schädlichen oder schadhaften Produkten zu schützen - schlechte oder fehlerhafte Vorgehensweisen können bei Arzneimitteln tödlich sein.

Lagerhaltung und Distribution von Arzneimitteln sind wichtige Bereiche im Zusammenhang mit der Guten Herstellungspraxis (GMP). Da die meisten Pharmazeutika und Industriechemikalien als Massengut in die ganze Welt verschickt werden, verbringen die meisten von ihnen viel Zeit im Lager und auf dem Transportweg.

 

Weshalb die Einhaltung von GMP für die Lagerhaltung wichtig ist

Der EG-GMP-Leitfaden zielt darauf ab, Risiken zu minimieren, die bei der Prüfung des Endprodukts (Qualitätskontrolle) nicht entdeckt werden können. Diese Risiken treten vor allem bei der Lagerhaltung und innerhalb der Vertriebsketten auf, wo unsachgemässe Handhabung oder Temperaturschwankungen Arzneimittel gefährden und zu gefährlichen Folgen für die Verbraucher führen können.

 

Zu den wichtigsten Problembereichen gehören:

  • Aufrechterhaltung geeigneter Lagerbedingungen zur Vermeidung von Kontaminationen.
  • Vermeidung von Verwechslungen durch ordnungsgemässe Etikettierung und Rückverfolgbarkeit der Chargennummern.
  • Regelmässige Selbstinspektionen und Audits, um Lücken in der Einhaltung der Vorschriften zu ermitteln und zu schliessen.

 

Eine solide Lagerverwaltungsstrategie ist unerlässlich, um die Sicherheit und die Einhaltung von Vorschriften in der gesamten Liefer- und Vertriebskette zu gewährleisten.

 

Wenn die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit in den Lagerhallen nicht unter Kontrolle gehalten werden, können sie das chemische Gleichgewicht der gelagerten Waren beeinträchtigen. Die chemischen Veränderungen sind oft schwer zu erkennen und könnten eine Gefahr darstellen, insbesondere bei Waren, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind. Bevor eine Lagerhalle als sicher genug eingestuft wird, um temperatur- und feuchtigkeitsempfindliche Produkte zu lagern, muss es daher einem sogenannten Mapping unterzogen werden, um die Feuchtigkeits- und Temperaturprofile zu ermitteln. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie Ihr Lager im Hinblick auf die Temperaturüberwachung GMP-konform halten können:

 

1. Erstellen Sie einen Validierungsmasterplan

 

Ein Validierungsmasterplan (VMP) ist die Grundlage für GMP. Dieses Dokument wird auch von den Lageraufsichtsbehörden herangezogen, um zu analysieren, ob Ihr Lager den erforderlichen Standards entspricht. Er umreisst die spezifischen Bereiche, auf die sich das Unternehmen konzentrieren wird, und verfolgt häufig einen risikobasierten Ansatz, indem er definiert, wo temperatursensible biochemische Stoffe gelagert werden sollen. Der VMP bestätigt auch, dass die Temperaturanforderungen aller Produkte während ihrer gesamten Lagerung eingehalten werden. Ein guter VMP umfasst:

 

  • Identifizierung der für Temperaturschwankungen anfälligen Bereiche
  • Verpflichtung zum ordnungsgemässen Umgang mit temperaturempfindlichen Arzneimitteln
  • Einhaltung der lokalen und internationalen gesetzlichen Vorschriften

 

2. Ermitteln Sie die Risikobereiche

 

Im nächsten Schritt ermitteln Sie die Lagerbereiche, die anfällig für Temperaturschwankungen sind. Sie müssen herausfinden, welche Bereiche je nach Tageszeit, Nähe zu Eingängen oder Ausgängen und Belüftung Temperaturschwankungen aufweisen. Die Temperatur wirkt sich auch auf die relative Luftfeuchtigkeit aus, so dass es sich lohnt, auch darauf zu achten.

 

Sobald Sie diese Bereiche identifiziert haben, dokumentieren Sie sie und schenken ihnen während der Mappingstudie besondere Aufmerksamkeit. Dies wird für den nächsten Schritt bei der Einrichtung eines GMP-Lagers wichtig sein. Die Einhaltung der GMP-Leitlinien trägt dazu bei, die Verbraucher davor zu schützen, schädliche oder fehlerhafte Produkte zu erhalten - bei Arzneimitteln können schlechte Praktiken tödlich sein.

 

Mit Hilfe eines Temperatur-Mappings werden anfällige Bereiche innerhalb des Lagers identifiziert, die Schwankungen ausgesetzt sind. Zu den wichtigsten zu berücksichtigenden Faktoren gehören:

  • Die Nähe zu Türen, Fenstern und HLK-Anlagen
  • Veränderungen der Umgebungsbedingungen während Zeiten hohen Verkehrsaufkommens oder saisonaler Schwankungen
  • Potenzial für Kontamination oder Kreuzkontamination in gemeinsam genutzten Räumen

Die Dokumentation dieser Risiken ist entscheidend für die Festlegung von Abhilfemassnahmen und für die Compliance.

 

3. Platzieren und optimieren Sie die benötigten Sensoren

 

Wie viele Sensoren Sie benötigen und wo Sie sie anbringen, um das Lager angemessen abzubilden, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum Beispiel von den Risikobereichen: In diesen Bereichen benötigen Sie möglicherweise mehr Sensoren, um die Schwankungen in Bezug auf ihre Ausmass und Häufigkeit genau zu überwachen.

 

Sie sollten auch die Kosteneffizienz Ihres Vorhabens im Auge behalten. Zu viele Temperatursensoren führen nur dazu, dass Sie die gleichen Datenwerte auf verschiedenen Geräten aufzeichnen. Wo auch immer Sie die Sensoren anbringen, sie sollten gleichmässig in allen 3 Dimensionen des zu testenden Bereichs platziert werden.

Das bedeutet, dass sie von links nach rechts, von vorne nach hinten und von oben nach unten angebracht werden müssen. Überall dort, wo ein Kontrollsensor existiert oder wo Sie einen kühlen oder warmen Bereich vermuten, benötigen Sie zusätzliche Sensoren.

 

Die strategische Platzierung von Sensoren im gesamten Lager gewährleistet eine umfassende Überwachung. Berücksichtigen Sie diese Faktoren bei der Installation von Sensoren:

  • Risikobereiche, die bei Mappingstudien ermittelt wurden
  • Abdeckung in allen drei Dimensionen: von links nach rechts, von vorne nach hinten und vom Boden bis zur Decke
  • Vermeidung von Redundanz durch Abwägen zwischen Sensorplatzierung und Kosteneffizienz

Beispielsweise kann die Platzierung von Sensoren in der Nähe von Paletten, die in stark frequentierten Bereichen gestapelt sind, versteckte Schwachstellen in den Lagerbedingungen aufdecken.

 

4. Wählen Sie die für Ihre Anforderungen am besten geeignete Technologie

 

Der nächste entscheidende Schritt bei der Einrichtung einer GMP-Lagerhalle besteht darin, sicherzustellen, dass Sie für das Mapping die beste verfügbare Ausrüstung verwenden. Dank der heutigen fortschrittlichen Technologie werden die meisten dieser Mapping-Geräte mit begleitender Software geliefert, die bei der Einrichtung und dem Herunterladen von Daten hilft.

 

Die Software erstellt tabellarische und grafische Daten. Diese Datentabellen sollten jedoch bestimmten GMP-Vorschriften entsprechen, wie z. B. der EU-Verordnung FDA 21 CFR Part 11, den EU-Normen für die Gute Herstellungspraxis (GMP) Anhang 11, sowie sämtlichen EU GMP-Richtlinien aus Band 4. Durch diese Standardisierung werden die Daten für Sie und die Aufsichtsbehörden einfach leichter verständlich.

 

Investitionen in hochmoderne Überwachungssysteme gewährleisten eine präzise Datenerfassung und -analyse. Suchen Sie nach Lösungen, die:

  • konform sind mit FDA 21 CFR Part 11, EU Annex 11 und GMP Volume 4.
  • Echtzeit-Warnungen für das Lagerpersonal bieten
  • Automatisierte Berichtstools zur Vereinfachung von Audits und Selbstinspektionen enthalten

Die Verwendung von Systemen mit Cloud-Anbindung kann auch die Rückverfolgbarkeit von Daten verbessern und die Interaktion mit Drittpartnern optimieren.

 

5. Erstellen Sie ein Profil der Lagerbedingungen und passen Sie diese falls notwendig an

 

Nachdem Sie nun alle Risikobereiche in Ihrem Lager identifiziert und überlegt haben, wo und wie viele Sensoren Sie einsetzen müssen, ist es an der Zeit, die gesamte Mapping-Ausrüstung aufzustellen. Der Zweck dieses ersten Temperaturprofil-Tests besteht darin, Bereiche zu ermitteln, die besondere Aufmerksamkeit erfordern, und solche, die stabil sind.

 

Die stabilen Bereiche gelten dann als für die Lagerung geeignet. Um dies festzustellen, greift die Software über einen sicheren Kanal auf die Daten der Sensoren zu und wertet sie gemäss den oben genannten standardisierten Vorschriften aus. Danach werden Berechnungen durchgeführt und die Daten in Grafiken und Tabellen in einem Bericht dargestellt.

 

6. Überprüfen Sie Daten und Berichte

 

Wenn alle Temperaturprofile erstellt wurden und der Bericht vorliegt, ist es an der Zeit, die Ergebnisse zu berücksichtigen und die notwendigen Anpassungen vorzunehmen. Dies ist der wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem GMP-konformen Lager.

 

Für die Temperatur gibt es mehrere Standardanpassungen, die Sie im Allgemeinen vornehmen müssen:

 

1. Reduzieren Sie die Luftinfiltration

Dies ist eine der häufigsten Ursachen für Energieverluste und Temperaturschwankungen. Dichten Sie alle Luftlecks ab und kümmern sich um jede beschädigte Isolierung. Verladetore sind eine der grössten Quellen für Energieverluste in Lagerhallen.

Eine Möglichkeit, dies zu beheben, ist die Verwendung von Vinylstreifenvorhängen an den Toren, um den Verlust von gekühlter Luft während des Be- und Entladens von Waren in diesem Bereich zu verringern. Sie könnten auch einfach Türen mit Hebelsystemen installieren, die geschlossen bleiben, wenn sie nicht gedrückt werden, oder die sich schnell öffnen und schließen.

 

2. Trennen Sie Ihr Lager mit Hilfe eines HLK-Technikers ab

Basierend auf der Belegung der Bereiche im Lager kann ein HLK-Techniker dabei helfen, die Lagerhalle abzutrennen, so dass die Aufmerksamkeit auf die Bereiche gelenkt wird, die sie benötigen. Dies ist notwendig, da nicht alle Bereiche Ihres Lagers eine HLK-Einheit benötigen.

 

3. Verwenden Sie LED-Beleuchtung

LED-Lampen sind zwar teurer, aber sie sind deutlich stabiler, wenn es um die Ableitung unnötiger Wärme geht. In manchen Fällen kann die Art der Beleuchtung die Umgebungstemperatur beeinflussen.

Sie können die Beleuchtung auch so automatisieren, dass die Lampen immer dann gedimmt werden, wenn sie nicht gebraucht werden. Anwesenheitssensoren erkennen automatisch die Anwesenheit von Menschen und schalten das Licht heller bzw. dimmen es in deren Abwesenheit.

 

4. Setzen Sie Deckenventilatoren ein

Aufgrund der geringeren Dichte heisser Luft konzentriert sich diese vor allem an den höchsten Stellen Ihres Lagers, nämlich an der Decke. Das mag harmlos klingen, aber diese Luftschicht kann genug Wärme abstrahlen, um das Temperaturgleichgewicht in Ihrem Lager zu stören. Durch den Einsatz von Ventilatoren kann die Luft zirkulieren und die Wärme umverteilt werden. Ventilatoren oder Gebläse können verwendet werden, um diese Luft zu zirkulieren und die Temperaturen in einer Lagerhalle auszugleichen.

 

7. Verfassen Sie einen Abschlussbericht

 

Nachdem alle Anpassungen vorgenommen wurden, verfassen Sie einen abschliessenden Mapping-Bericht. Dieser Bericht wird erstellt, nachdem Sie die endgültige Mappingstudie zur Genehmigung eingereicht haben. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, sollte es keine Probleme mit der Genehmigung geben, da Ihr Lager sicher für die Lagerung aller Arten von temperaturempfindlichen biochemischen Stoffen ist. Dieser Bericht sollte Folgendes enthalten:

  • Umfassende Daten zu Stabilität von Temperatur und Feuchtigkeit
  • Einzelheiten zu Abhilfemassnahmen in risikobehafteten Bereichen
  • Einhaltung aller relevanten regulatorischen Standards

Ein gut dokumentierter Bericht zeigt, dass sich Ihre Einrichtung zur Einhaltung der GMP-Anforderungen verpflichtet, was für die behördliche Zulassung und die Gewährleistung der Produktsicherheit unerlässlich ist.

 

Die Richtlinien der Guten Herstellungspraxis (GMP) müssen zur Sicherheit der Verbraucher und der in den Lagern tätigen Personen eingehalten werden. Wenn Sie besonders sorgfältig vorgehen und alle erforderlichen Massnahmen befolgen, können Sie die Qualität Ihrer Dienstleistungen problemlos aufrechterhalten.

 

Auch die Temperaturkontrolle ist besonders wichtig, da sie nicht nur temperatur-, sondern auch feuchtigkeitsempfindliche Biochemikalien betrifft. Die relative Luftfeuchtigkeit hängt nämlich von der Temperatur ab.

 


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